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Verhandlungen beendet: Brexit-Abkommen bringt Änderungen in Dynamics 365 Business Central

Zum Jahresanfang trat der neue Brexit-Partnerschaftsvertrag zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU in Kraft – mit zahlreichen steuerrechtlichen Folgen. Auch in Dynamics 365 müssen daher nun entsprechende Konfigurationen vorgenommen werden.

In knapp einem Jahr intensiver Verhandlungen konnte das zukünftige steuerliche Verhältnis zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich gerade noch rechtzeitig vor Ablauf der Übergangsfrist geregelt werden. Der ausgehandelte Partnerschaftsvertrag begründet unter anderem eine umfassende Wirtschaftspartnerschaft und trat am 1. Januar 2021 vorläufig in Kraft, bedarf jedoch noch der endgültigen Zustimmung des Europäischen Parlaments.

Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union wird sich insbesondere auf viele Unternehmen auswirken, welche mit einem grenzüberschreitenden Handel zwischen den beiden Parteien in Berührung kommen. Gegebenenfalls sind somit auch entsprechende Konfigurationsänderungen in Dynamics 365 Business Central notwendig.

Neues Feld für die EORI-Nummer

Beim Export und Import von Waren aus und nach Großbritannien besteht insbesondere im Zoll-Bereich nun ein größerer Verwaltungsaufwand. Obwohl Business Central standardmäßig keine Zoll-Dokumente unterstützt, wurde hierzu ein neues Feld für die EORI-Nummer („Economic Operators‘ Registration and Identification“ – Nachfolger der Zollnummer auf EU-Ebene) auf den Seiten „Firmendaten“, „Debitorenkarte“ und „Kreditorenkarte“ hinzugefügt.

EORI-Nummer in Business Central
Neu eingeführtes Feld für die „EORI-Nummer“ in Dynamics 365 Business Central (Quelle: Microsoft)

Das Feld wird in der internationalen Version hinzugefügt und ist in allen Versionen für europäische Länder verfügbar. Bei Verwendung einer On-Premise-Installation von Business Central muss zur Einrichtung der EORI-Nummer das kumulative Update von Januar 2021 installiert sein.

Änderungen gibt es auch beim Handel mit Beteiligung von Nordirland. Im Gegensatz zu Großbritannien scheidet Nordirland nicht im vollen Umfang aus dem Mehrwertsteuersystem der Europäischen Union aus. Warenlieferungen sind vorübergehend so zu behandeln, als gehöre Nordirland weiterhin zum Gemeinschaftsgebiet. Im Zuge dessen ist eine eigene Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, zu erkennen am Präfix XI, vorgesehen. Neben dieser muss in Business Central außerdem der Länder-/Regionscode auf Nordirland umgestellt werden.

Mithilfe des Länder-/Regionscodes lassen sich außerdem die Posten im Intrastat-Buchblatt filtern und löschen. Das Intrastat-Reporting ist für Großbritannien nicht mehr erforderlich, da das Statistische Bundesamt die Informationen zur Außenhandelsstatistik nun von den Zollbehörden erhält.

Bei Fragen zu den nötigen Konfigurationsänderungen und deren konforme Umsetzung stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite.



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