Automotive Aftermarket: Kfz-Ersatzteilemarkt weiter auf Wachstumspfad


Trotz angespannter Wirtschaftslage bleibt der freie Kfz-Teilemarkt auf Wachstumskurs. Stabile Nachfrage und volle Werkstätten sorgen auch weiterhin für Zuversicht in der Branche.

Obwohl die gesamtwirtschaftliche Lage Deutschlands im vergangenen Jahr weiterhin durchwachsen war, zeigt sich der freie Kfz-Teilemarkt stabil und wachstumsstark. Experten melden für 2025 ein durchschnittliches Umsatzplus von 3,6 Prozent. Getragen wird diese Entwicklung vor allem durch eine hohe Auslastung der Werkstätten sowie eine stabile Zahl an Fahrzeugumschreibungen. Auch für 2026 rechnet die Branche daher mit einer positiven Geschäftsentwicklung.

Eine aktuelle Befragung zeigt, dass mehr als 70 Prozent der Marktteilnehmer ihre Erlöse im Jahr 2025 steigern konnten. Besonders der Handel verzeichnete Zuwächse: Drei Viertel der Großhändler meldeten höhere Umsätze, bei den Zulieferern waren es knapp 70 Prozent. Als wesentlicher Wachstumsmotor gilt die anhaltend hohe Werkstattauslastung von rund 90 Prozent. Parallel dazu blieb die Zahl der Besitzumschreibungen mit mehr als sieben Millionen Pkw und Nutzfahrzeugen auf einem konstant hohen Niveau, was auf eine weiterhin lebhafte Nachfrage im Gebrauchtwagenmarkt hindeutet. Vor diesem Hintergrund erwarten rund 83 Prozent der befragten Unternehmen auch für 2026 eine Fortsetzung des Wachstumstrends.

Herausfordernd entwickeln sich hingegen die Kostenstrukturen in den Werkstätten. Ein aktueller Bericht zeigt, dass Autofahrerinnen und Autofahrer zunehmend preisbewusst agieren. Gleichzeitig steigen die Versicherungsbeiträge, unter anderem infolge deutlich höherer Preise für einzelne Ersatzteile.

Zunehmend rückt zudem die Forderung nach fairen Wettbewerbsbedingungen in den Fokus. Branchenvertreter betonen, dass der freie Markt nur dann dauerhaft als kostengünstige und leistungsfähige Alternative bestehen kann, wenn der Zugang zu technischen Informationen, Diagnosedaten und digitalen Dienstleistungen langfristig gesichert bleibt. Die freie Wahl der Verbraucher bei Wartung und Reparatur gilt dabei als zentraler Faktor – sowohl für funktionierenden Wettbewerb als auch für eine nachhaltige Kostenkontrolle.

Insgesamt blickt der freie Teilemarkt trotz bestehender Unsicherheiten zuversichtlich auf das Jahr 2026. Die Mehrheit der Befragten rechnet mit weiter steigenden Umsätzen. Der Mobilitätsbedarf bleibt hoch, nicht zuletzt, weil der öffentliche Nahverkehr für viele Menschen keine praktikable Option darstellt. Gleichzeitig beweist der freie Markt seine Anpassungsfähigkeit an steigenden Kostendruck und Preissensibilität – durch hohe Verfügbarkeit, wettbewerbsfähige Preise und qualitativ hochwertige Ersatzteile.